Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurde der Mistplatz „Zwischenbrücken“ an der Dresdner Straße von der zuständigen Magistratsabteilung 48 geschlossen und später komplett aufgelassen. Als Grund wurden die engen Platzverhältnisse sowie die Einfahrt von der Dresdner Straße angegeben: Sie sei gefährlich, vor allem für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.
Als neuen Standort wählte die MA 48 ein Grundstück in der sogenannten „Freien Mitte“ des Nordbahnviertels, an der Grenze von 2. und 20. Bezirk. Laut dem im Gemeinderat beschlossenen Leitbild waren für dieses Grundstück am Rand der Grünzone eigentlich Wohnhäuser und Büros vorgesehen. Doch nach den Gemeinderatswahlen 2025 legte sich die Koalition aus Neos und SPÖ in Wien klar fest: „Für die Bewohner*innen des 2. und 20. Bezirks soll ein neuer ‚Grätzlmistplatz’ in der Innstraße entstehen.“
Gleichzeitig wurde der alte Standort an der Dresdnerstraße umgewidmet: Zwischen der vielbefahrenen Straße und den Gleisen der S-Bahn sollen Wohnungen gebaut werden.
Anrainer:innen im Nordbahnviertel fühlen sich von dieser Entscheidung überfahren. Es werde „keinerlei Rücksicht auf die Wünsche und Sorgen der Bevölkerung genommen“, hieß es in einer Petition, die mehr als 500 Unterschriften erhielt und deshalb im Petitionsausschuss des Gemeinderats behandelt werden musste. Ein Umdenken der Stadtpolitik bewirkte das bisher nicht. Der rund 40 Millionen Euro teure Mistplatz soll bis 2030 fertiggestellt werden.










