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Die Wallensteinstraße
Ihr Umbau ist auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Doch eine Temporeduktion könnte zumindest die Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen erhöhen.
Neue Initiative

Wallensteinstraße: Forderung nach Tempo 30 und Umgestaltung 

Die Neugestaltung der Wallensteinstraße lässt weiter auf sich warten. Radlobby und die Initiative „Geht doch“ wollen nun mit einer Petition den Druck auf die Politik erhöhen.

Markus Steenbock fährt gerne und viel mit dem Rad. Die Wallensteinstraße mit dem Fahrrad zu überqueren, vermeidet der Sprecher der Radlobby Brigittenau, der selbst auch im Bezirk wohnt, aber nach Möglichkeit. Zu gefährlich, zu unangenehm. Und das seit Jahren.

Clinch zwischen Bezirk und Stadt

Seit Jahren gibt es auch Pläne, die Straße umzugestalten. Der Baustart wurde mehrmals angekündigt, zuletzt aber wieder verworfen – ein Clinch zwischen Bezirk und Stadt inklusive. Denn obwohl die Umgestaltung der Wallensteinstraße im Wiener Regierungsprogramm festgehalten ist und Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) anfang des Jahres noch zuversichtlich war, dass bald konkrete Schritte folgen würden, schien das Budget dafür den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen zu sein. Projekte dieser Größenordnung müssten auch von der Stadt mitgetragen werden. Im Frühjahr war das Vorhaben damit vorerst vom Tisch (Zwischenbrücken berichtete).

Seither ist wenig passiert. Mit einer Petition wollen die Radlobby und die Initiative „Geht doch“ nun wieder Bewegung in die Umgestaltung der Wallensteinstraße bringen. „Dass nicht mal einfache Maßnahmen angedacht werden, finden wir nicht in Ordnung“, sagt Steenbock.

47 Unfälle mit Verletzten

In der Petition fordern die Initiativen Tempo 30 als Sofortmaßnahme. „Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und des Komforts des Fuß- und Radverkehrs auf der Wallensteinstraße sind seit Jahrzehnten überfällig”, heißt in der Petition mit Verweis auf die Unfallstatistiken.

Von 2020 bis 2025 gab es laut Daten der Statistik Austria 47 Unfälle mit Verletzten, davon allein neun im Jahr 2025. „Tempo 30 wäre eine einfache und kostengünstige Sofortmaßnahme dagegen”, so Steenbock. Außerdem sollen die Planungen zur Umgestaltung wieder aufgenommen werden. Gefordert werden geschützte Radstreifen auf der Fahrbahn mit Anschluss an die Alserbachstraße sowie Sitzgelegenheiten, Pflanzentröge und Beschattungselemente.

Markus Steenbock von der Radlobby Brigittenau
Ideen für die Umgestaltung der Wallensteinstraße gäbe es genug, sagt Markus Steenbock von der „Radlobby Brigittenau“. Foto: Bernhard Odehnal

Rund 200 Unterschriften hat die Petition bisher gesammelt. 500 sind notwendig, damit sie im Petitionsausschuss behandelt wird. „Wir möchten vor allem, dass sich Stadt und Bezirk Gedanken um die Umgestaltung der Wallensteinstraße machen. Ideen gibt es schließlich genug“, so Steenbock.

Auftrag oder kein Auftrag?

Und was sagen diese dazu? Die Stadt, genauer gesagt die Magistratsabteilung für Straßenverwaltung und Straßenbau (MA28), sagte zuletzt zu „MeinBezirk“, dass nach einer neuerlichen Prüfung der Sachlage kein Planungsauftrag seitens des Bezirks vorliegen würde. Die Bezirksvertretung Brigittenau erklärt hingegen, dass sehr wohl ein Auftrag ergangen sei.

Der Planungsprozess werde eingeleitet, sobald die Finanzierung steht. „Ich gehe davon aus, dass die Umsetzung abschnittsweise erfolgen wird, und dass der erste Abschnitt von der Friedensbrücke bis zum Wallensteinplatz sehr bald begonnen wird“, sagt Bezirksvorsteherin Dubravac-Widholm (SPÖ) zu „Zwischenbrücken“: „Sobald tatsächliche Planungen beginnen, wird es auch die Möglichkeit zur Partizipation geben.“

Bis Steenbock und alle anderen Anrainerinnen und Anrainer die Wallensteinstraße mit einem besseren Gefühl überqueren können, dürfte es also noch dauern.

Der Link zur Petition Wallensteinstraße sicher machen - Sofortmaßnahmen jetzt!

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    Ein Artikel von Naz Küçüktekin
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