Die Veranstaltung beginnt mit einer Irritation. Burghauptmannschaft und Bundesgärten haben als zuständige Behörden zum Diskussionsforum über die Zukunft des Augarten ins Palmenhaus des Parks geladen. Etliche der rund 60 Teilnehmer:innen meinten vor Beginn, der Ideenaustausch würde mit den verantwortlichen Beamten stattfinden. Doch die halten sich nach der Begrüßung weitgehend im Hintergrund.
Zettel und Rollenspiel
Die Diskussion an diesem Tag findet nur zwischen den Besucher:innen der Veranstaltung statt. Unter Anleitung einer externen Beratungsfirma dürfen sie in Arbeitsgruppen ihre Vorstellungen für die Zukunft des Augarten erklären und ihre Ideen auf kleine Zettel schreiben. Es gibt dazu sogar ein Rollenspiel. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen sich als Jugendlicher, als junge Mutter oder als „Toni, 79 Jahre, Pensionist“ vorstellen, wie sie den beliebten Park nutzen würden.
Die Themen, die an diesem Tag unter strahlender Herbstsonne an acht Tischen vor dem Palmenhaus diskutiert werden, sind dieselben, die rund um den Augarten seit Jahrzehnten immer wieder aufkommen: Welche Wiesen sollen als Spiel- und Freizeitflächen dienen, welche sollen als Naturraum nicht betreten werden? Warum sind die Spielplätze so schlecht ausgestattet? Soll das Radfahrverbot strenger kontrolliert oder aufgehoben werden? Sollen die Öffnungszeiten des Parks verlängert werden?
„Keine Sorgen machen!“
Antworten gibt es auf die Fragen an diesem Tag nicht. Es werden lediglich alle Wünsche und Ideen der Bürgerinnen und Bürger gesammelt. Zusätzlich kann man mit dem Handy einen QR-Code scannen und dort Fragen eingeben. Alles werde beantwortet, versichert der Moderator, „da brauchen Sie sich keine Sorgen machen“.
Sorgen machen sich die Anwesenden aber vor allem, ob die Behörden in Wirklichkeit nicht schon konkrete Pläne haben, etwa für mehr Gastronomie oder Veranstaltungen im Augarten. Soll die Bürger:innenbeteiligung nur als Denkmäntelchen dienen? Bereits bestehende Projekte legitimieren? Der Moderator verneint: „Da darf ich um Vertrauen bitten!“ Und ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums verrät, vielleicht unabsichtlich, was der wahre Hintergrund des sogenannten „Zukunftsdialog Augarten“ sein dürfte: Die Bundesregierung habe in ihrem Programm ein „Konzept für die Bundesgärten“ festgelegt. Das müssen man nun umsetzen, obwohl „wir uns das nicht ausgesucht haben“.

Im Gespräch mit den Teilnehmer:innen der Veranstaltung deutet der bei den Bundesgärten für den Augarten zuständige Gerd Koch aber doch Ideen an: Zum Beispiel ein Leitsystem für den Park oder mehr Aufklärung über die historische Bedeutung der Anlage. Auch die Durchwegung des derzeit gesperrten „Englischen Garten“ vor dem Palais der Sängerknaben sei angedacht. Das alles sind freilich Projekte, die schon beim vorherigen Leitbildprozess in den Jahren 2008 und 2009 versprochen, aber nie umgesetzt wurden.
Umsetzung ab März 2027
Die Ergebnisse des Zukunftsdialogs Augarten vom 13. Oktober 2026 werden nun von der Beratungsfirma gesammelt, ausgewertet und Anfang Jänner in einer weiteren Versammlung präsentiert. Gleichzeitig sollen Anfang kommenden Jahres die Detailplanungen und im März 2027 die Umsetzung beginnen. Aber von was? Das bleibt nach diesem Informationstag offen. Der stellvertretenden Burghauptmann Markus Wimmer versichert immerhin, dass „uns der Zukunftsprozess sehr wichtig ist“.








Elisabeth Kittl says:
Teil 2 am Abend:
Fragen nach dem Budget wurden leider nicht beantwortet.
Der Grüne Bezirksrat Michael Schuller aus der Leopoldstadt fragte: Können sie garantieren, dass nichts versiegelt wird oder für Festival verwendet wird?
Wimmer: Auftrag zur Entsiegelung, aber ev mehr WCs. Koch: immer viele Begehrlichkeiten, aber kein Freund davon.
Wimmer: Erhaltung der Gebäude, wie zB Flakturm, Sängerknaben, Augartenporzellan kostet 2026: 6,5 Mio.
Atelier Augarten soll Gastro und Ausstellung bleiben, soll revitalisiert werden und wird mit BundesvergabeG vergeben.
Wird der Altbaumbestand geschützt? Koch: jedenfalls
Wie ist BMin Hatmannsdorfer zu verstehen, wenn er sagt: „Der Wirtschaftsstandort Augarten muss gefördert werden“. Koch: er meinte damit Porzellan, Muth, Filmarchiv, Schankwirtschaft, dh die bestehenden Betriebe.
Markus Wimmer von der Burghauptmannschaft und
Gerd Koch, Vertreter der Bundesgärten