Die Idee „war schon sehr lange in unseren Köpfen“. So erinnert sich Janin Wellbrock an die Anfänge: Ein Fest von Kulturschaffenden für Kulturschaffende. Es solle die Menschen im Bezirk einladen, gemeinsam zu wirken: In den Lokalen, in den Ateliers und Vereinen.
„Schöne Momente“
So entstand „Riviera Brigittenau“. Dieses Jahr findet die Veranstaltung zum dritten Mal statt - am 12. September von 13 bis 22 Uhr auf der Bühne am Wallensteinplatz und rund herum an 13 weiteren Orten.Vom „Rundpunkt 11“ am Gaußplatz bis „Ministry of artists“ am Allerheiligenplatz werde das Riviera Festival den Bezirk und seine Menschen verbinden und für gemeinsame schöne Momente sorgen, sagt Wellbrock.
Sie selbst nimmt nicht nur mit ihrer Bar „Tabularasa“ in der Karl-Meißl-Straße teil. Wellbrock ist Gründungsmitglied des Riviera Festivals und dem daraus entstandenen Verein „Kunst-und Kulturverein Brigittenau“ der 2025 ehrenamtlich ins Leben gerufen wurde.
„Schräge Wies'n am Donaukanal“
Mit dem Namen des Fests wollen die Veranstalter an die schräge Wiese am Donaukanal erinnern, die bis in die 1970er Jahre den Brigittenauerinnen und Brigittenauern als Naherholungsgebiet diente. Ein Denkmal setzte ihr der Komponist Hans Lang in einem Wienerlied: „A schräge Wies'n am Donaukanal, is mei Riviera auf jeden Fall!“

Der 20. Bezirk faszinierte die gebürtige Bremerin schon zu Zeiten, als sie noch auf der anderen Seite des Donaukanals lebte. Das Servitenviertel im 9. Bezirk war zwar eine gute Wohngegend, aber am Abend ging Wellbrock doch lieber in die Lokale rund um den Wallensteinplatz, ins „Frame“ oder ins „Hacienda“. Denn die Menschen auf dieser Seite des Kanals empfindet sie als „offener und geradeaus. Jeden Abend entstehen hier spontane, interessante Gespräche.“ Die Brigittenau ist einfach wie ein guter Kumpel den man lange nicht gesehen hat.”
Künstlername „Noya Well“
Vor sieben Jahren fand die alleinerziehende Mutter nach langer Suche eine Wohnung nahe des Augartens. Seitdem bezeichnet sie sich als „Brigittenauerin mit Herz und Seele“ und engagiert sich für den Bezirk. Aus der Künstlerin und Kulturmanagerin mit Künstlernamen Noya Well wurde im Herbst letzten Jahres die Wirtin vom Tabularasa.
„Es sollte ein kompletter Neuanfang werden”, sagt Wellbrock: „Eine ‚Tabula rasa‘, in dem Platz für gemeinsame Gespräche in Form eines offenen Tisches und Möglichkeit für Künstlerinnen zum Ausstellen vorhanden ist.“ Sie freue sich, wenn jemand die Initiative ergreifen und bei ihr ausstellen wolle.

Ein wenig norddeutsches Flair wollte die neue Besitzerin auch noch in ihr Lokal bringen. Deshalb gibt es im Tabularasa Fischbrötchen, wie man sie auch in Hamburg oder Bremen isst. „Das war eine Herzensangelegenheit, weil es das einzige war, das mir in Wien immer gefehlt hat“, sagt Wellbrock. Ab Oktober wird ihre Bar zudem zu einer Abholstation für den Online-Hofladen paradeisa.at: Die Verbindung von Qualität, Gemeinschaft und Vernetzung passe gut zu einer Nachbarschaftsbar.
Punkrock für Kids
Beim Riviera-Festival wird es dieses Jahr wieder ein buntes Programm geben, vom Stempelpass für Kinder mit vielen kreativen Stationen und einem breit aufgestellten Bühnenprogramm von Punkrock für Kids von Telepunkies über Jazz und Rock grob umrissen, ist für alle was dabei. Das genaue Programm, so Wellbrock, werde „spätestens am 12.September auf den Infotischen und den teilnehmenden Orten aufliegen”.
Riviera Brigittenau: Samstag, 12. 9. von 13 bis 22 Uhr. Am Wallensteinplatz und in den Lokalen der Umgebung.
Das genau Programm gibt es hier.
Tabularasa: 1200, Karl-Meißl-Straße 1, Di bis Sa, 19 bis 0 Uhr,
https://www.instagram.com/tabularasa1200wien/








