Die Bauarbeiten begannen in aller Stille. Informiert wurden Anrainer lediglich durch Flugblätter an den Hauseingängen: Die Wiener Linien reparieren die desolaten Tramwaygleise in der Taborstraße.
Umleitung für Buslinie 5 B
Seit 9. September ist deshalb die Taborstraße zwischen Großer Stadtgutgasse und Oberer Augartenstraße in den Abend- und Nachtstunden für den Autoverkehr gesperrt. Die Buslinie 5 B wird jedoch auch tagesüber in weitem Bogen umgeleitet: In Fahrtrichtung Praterstern durch die Castellezgasse, in Fahrtrichtung Heiligenstadt über die Blumauergasse. Die Haltestellen am Volkertmarkt und in der Heinestraße entfallen.
Für die Straßenbahnlinie 2 galt in diesem Abschnitt seit längerem schon Höchstgeschwindigkeit 25 km/h. Nun werden die kaputten Schienen getauscht und wohl auch die Betonplatten erneuert. Ende September sollen die Arbeiten beendet sein, dann wird auch der 5 B wieder die gewohnte Route nehmen.

Für die entlang der Taborstraße wohnenden Menschen kommen die Bauarbeiten überraschend. Von April bis Juli führte die Bezirksvorstehung Leopoldstadt gemeinsam mit der Gebietsbetreuung eine Umfrage zur Zukunft der Taborstraße durch. Online und bei Informationsstände konnte man Wünsche zu einer Umgestaltung dieser wichtigen Einkaufsstraße äußern.
„Den Straßenraum neu denken“
Die Bezirksvorstehung begründete die Initiative mit „umfangreichen Schienenumbauarbeiten 2027 und 2028“. Diese seien eine große Chance, „den gesamten Straßenraum neu zu denken und nachhaltig aufzuwerten“. Was bei den Debatten an den Info-Ständen schnell klar wurde: Die meisten Menschen wünschen sich mehr Grün, mehr Beschattung und mehr Platz zum Flanieren auf der Taborstraße.

Was bedeutet es jetzt, wenn die Wiener Linien ihre Arbeiten deutlich früher beginnen und ganz offensichtlich ohne jegliche Begrünung oder andere Umbauten des Straßenraums abschließen werden? Der Gleistausch im Bereich Große Stadtgutgasse stehe nicht in Zusammenhang mit der Neugestaltung der Taborstraße, betont der Sprecher der Bezirksvorstehung. Die Gleisarbeiten 2027 seien im Bereich Gredlerstraße bis Obere Augartenstraße vorgesehen. Klar ist aber auch: Jener Bereich, in denen die Wiener Linien derzeit die Schienen tauschen, wird in den kommenden Jahren wohl nicht noch einmal zur Baustelle.
Umfrageergebnis im Herbst
Die Auswertung des Beteiligungsprozesses „Zukunft Taborstraße“ wird derzeit von Fachleuten ausgewertet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Herbst präsentiert werden. Ob es dann allerdings auch das Geld für Umbauten geben wird, bleibt fraglich.
Das Büro von Planungsstadträtin Ulli Sima teilt „Zwischenbrücken“ mit, dass es aktuell keine Fördermittel der Stadt für die Bezirke gebe, da der entsprechende Fördertopf nicht verlängert worden sei. Und auf der Liste der „Raus aus dem Asphalt“-Projekte der Stadt „befindet sich die Taborstraße nicht“.







