Genug gewartet

Wahlkampf hin oder her. Die Umgestaltung der Wallensteinstraße ist längst überfällig. Die Auswertung der Bürgerbefragung, die nun fast ein Jahr her ist, ebenfalls.
Kommentar von Naz Küçüktekin
Breite Gehsteige, Bäume, Grünflächen, Verkehrsberuhigung – und ja, sogar sichere Fahrradwege. Können Sie sich vorstellen, dass wir eines Tages die Wallensteinstraße so beschreiben könnten? Nein? Mit jedem Tag, der vergeht, fällt es auch mir immer schwerer.
Zu oft wurde mit meinen Erwartungen und Hoffnungen gespielt. Schon 2023 wurde verkündet, dass die schrittweise Umgestaltung der Wallensteinstraße umgesetzt werden würde. Im Frühjahr 2024 wurden dann die Bürger*innen nach ihren Wünschen und Vorstellungen gefragt. Ihre Bedürfnisse sollten in den Umgestaltungsprozess einfließen. Und dann? Nichts.
Seither wurde weder an der Wallensteinstraße etwas verändert, noch die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht. Lediglich eines ließ Bezirksvorsteherin Christine Dubrovac-Widholm (SPÖ) verlauten: Die Umgestaltung werde 2025 auf keinen Fall stattfinden. Die Wallensteinstraße sei zu wichtig, man wolle die Pläne sorgfältig überdenken und sie nicht zum Wahlkampfthema machen (alles auch hier nachzulesen).
Ob diese Strategie wirklich aufgeht? Denn wenn Versprechen nicht eingehalten, Ergebnisse von Bürgerbefragungen nicht offen gelegt und Bürgerwünsche ignoriert werden – dann ist das doch längst ein Wahlkampfthema.
Naz Küçüktekin hat journalistische Erfahrungen unter anderem bei Kurier, Profil und Biber gesammelt. Sie lebt in der Brigittenau hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem den Wiener Journalismus-Gesundheitspreis.